Bikewoche Ardèche, 16. - 22. April 2005
Die letzte Woche verbrachten acht von uns Funracer (Peter, Rolf, Rich, Andreas, Roger, Röbi, Urs und Tamara) in der Ardèche (F) beim Biken.
Am Samstagmorgen trafen wir uns um vier Uhr mit den Autos in Dättwil auf dem Parkplatz Segelhof (Richs Bike war natürlich noch nicht zusammengesetzt und die ersten Probleme beim Einsetzten des Vorderrades liessen auch nicht lange auf sich warten ). Dann ging’s endlich los. Die Optimisten hatten bereits kurze Hosen angezogen . . . später standen sie dann da in Ihren kurzen Hosen . . . im Schnee ! Jawohl, kurz nach Lyon begann es zu schneien. Als uns die ersten Schneepfluge auf der Gegenfahrbahn entgegen kamen, hielten wir das für einen schlechten Witz und als wir an einer Ortstafel mit Höhenangabe vorbeifuhren, dachte ich erst, sie hätten das 1 vor der 300 vergessen ! Unglaublich . . . aber es schneite tatsächlich bis auf 300 m.ü.M hinab, und das mitten im April ! Zwei Stunden später als geplant trafen wir schliesslich bei trockenen Verhältnissen in Les Vans ein. Wir bezogen unsere einfachen aber hübschen Zimmer im ziemlich neuen Hotel „le Vanseen „ und ich war wohl nicht die einzige die froh war, dass man den Heizlüfter selber auf wärmere Temperaturen einstellen konnte.
Nach einer kleinen Zwischenverpflegung am Pizzastand auf dem Marktplatz schwangen wir uns doch noch in den Sattel und pedalten ins Nachbardorf Brahic hinauf. Von dort ging’s auf Waldwegen weiter und nachdem wir sämtliche Möglichkeiten an Abzweigungen ausprobiert hatten, fanden wir schliesslich doch noch einen coolen Trail zurück nach Naves, ein kleines, hübsches Dörfchen oberhalb Les Vans. Inzwischen hatte es leicht zu Nieseln begonnen, und . . . ein Schutzblech war doch recht von Vorteil . . . wenn man dann eins hatte . . . gell Jungs, das mit dem Schutzblech muss ich mir wohl noch oft anhören !!!
Abends ging es dann zu „Don Camillo“ wo man hässliche Pizzas und feine Crèpes essen konnte. Eigentlich hofften wir auf Pasta . . . aber die gab es hier nicht. So assen einige Ihre zweite Pizza an diesem Tag (wie ausgewogen) und zum Abschluss einen süssen Flan Caramel, eine Glace oder Profiteroles . . . mmh lecker !
Am nächsten Morgen hatten die Wolken der Sonne Platz gemacht (pünktlich auf Peters Geburtstag) aber auch der Wind hatte inzwischen mächtig zugelegt. Nach dem Frühstück (für französische Verhältnisse ein super Frühstück, mit Brot, Croissant, Confi, Butter, Nutella, Kelloggs und Chüechli) ging’s gegen zehn Uhr los. 1½ Stunden fuhren wir auf einer mässig ansteigenden, kurvigen und fast autofreien Passtrasse bergauf . Oben auf dem „Col irgendwas“ angekommen, verliessen wir die Strasse und fuhren auf einem Wanderweg weiter. Anfangs war der Trail recht schön zum Fahren und Rich sprach noch von einem „Gardasee light-Trail“ . . . aber das war’s dann auch schon für die nächsten ein einhalb Stunden mit „light“ ! Irgendwann schoben wir unsere Bikes auf einer Spur, die längst kein Weg mehr war, in steilstem Terrain durch Dickicht hindurch den Berg hinunter. Klettern und „beinahe Canyoning“ gehörten ebenfalls dazu und zum Abschluss durften wir mit herumliegenden Baumstämmen auch noch eine Brücke über einen Fluss bauen. Andere Leute bezahlen viel Geld für Adventuretrips und Teambuilding -Seminare . . . wir hatten’s umsonst ! Auf der andern Seite des Flusses hatten wir uns das Mittagessen dann reichlich verdient. Wir plünderte unsere Rucksäcke und eine halbe Stunde später ging’s gestärkt weiter . . . und zwar auf einem wunderbaren Trail ! Den ersten Plattfuss, respektive aufgeschlitzten Pneu, holte sich Rich . . . er war wohl so begeistert dass wir wieder fahren konnten, dass er es etwas zu hart anging . Abgesehen von einem weiteren Platten (den Andreas für sich verbuchen konnte) gestaltete sich die restliche Tour weit weniger aufregend, und die letzten 20km rasten wir auf einer ruhigen Nebenstrasse einem Flusslauf entlang zurück nach Les Vans. Der Capuccino in einem hübschen Strassencafé am Ende einer Tagestour ist beinah ein „Must“ . . . aber eines auf das wir uns alle immer sehr freuen !
Abends ging es dann in ein Restaurant/Grill wo von einer leicht überforderten Serviertochter sogar Pasta serviert wurde . . . aber was viel wichtiger war . . . die lauwarmen Schokotörtchen mit flüssiger Schokolade in der Mitte oder die feinen Tarte au Pomme zum Abschluss . . . mmh . . . leider konnten wir dies nur einmal geniessen, denn die restliche Woche hatte dieses Restaurant abends geschlossen.
Der Montagmorgen begann mit weit mehr Wolken als Sonne am Himmel. Bevor es losgehen konnte, mussten wir noch eine besonders lange M6-Gewindeschraube für Rogers Bike auftreiben, denn die Verbindungsschraube zwischen dem hinteren Dämpfer und dem Rahmen war gebrochen. Beim benachbarten Bauunternehmen wurde Andi fündig. Nach der erfolgreichen Reparatur und dem obligaten Panini-Einkauf starteten wir zu unserer heutigen Tour. Diese führte uns zuerst wieder nach Brahic hinauf und anschliessend stets leicht steigend immer weiter in ein abgelegenes Tal hinein. Nach einem kurzen Aufstieg auf der andern Talseite erreichten wir ein kleines, verlassenes Dörfchen, das gerade noch von einem alten Mann zeitweise bewohnt wird. Er sass dort oben vor seinem Haus mit dem Feldstecher in der Hand und einem Hund an seiner Seite . . . übrigens, Hunde sind sehr bestechlich . . . die Basler Leckerli mochten alle Hunde denen wir begegnet sind ! Nach einem kurzen Schwatz mit dem alten Mann und Bidon auffüllen, ging’s auf einem Wanderweg weiter. Zuerst fahrend, anschliessend nur noch zu Fuss. Als wir nach einer halben Stunde Bikehochtragen wieder auf einen Forstweg stiessen, hatten wir alle mächtig Hunger – Mittagspause war angesagt. Danach begann es zwar leicht zu Nieseln (was jedoch nicht lange anhielt), dafür fanden wir gute Trails. Und nach einer weiteren Stunde und einigen Umwegen hatten wir definitiv die coolen Wege gefunden ! Die Landschaft hier war wie im Esterel (F, Côte d’Azure) . . . trocken, ruppig, steinig . . . perfekt ! Auch Perfekt für Plattfüsse . . . diesmal zog Röbi die rote Karte ! Als Krönung gab’s von Mazel nach Banne hinunter einen ganz tollen Römerweg. Die Rückfahrt durch den Bois de Paolives führte uns an bizarren Felsformationen vorbei und durch eine Schlucht auf schönsten Trails zurück nach Les Vans. Bei „Natalie“ gab es an diesem Abend Salat, Lasagne und Profiteroles.
Der Rest der Woche wurde das Wetter immer besser. Zwar war es nach wie vor sehr windig und daher auch recht frisch, dafür aber trocken und sonnig. Die langen Hosen konnten nun zu Hause bleiben aber die Jacke und die Beinlinge mussten trotzdem noch im Rucksack verstaut werden. Am Dienstag unternahmen wir eine Tour im Norden, wo wir durch stets wechselnde Landschaft einen „Pass“ hinauf fuhren. Zuerst gab es Rebberge und wild wachsende Rosmarin- und Thymianstauden die einen herrlichen Duft verströmten, anschliessend fuhren wir durch eine Gegend die beinahe „Kanada-mässig“ anmutete. Der Rückweg führte uns über tolle 4x4-Pisten (Pneukiller, da 2 x Plattfuss), Schluchten und Hügel zurück nach Les Vans.
Ach ja . . . Umwege gehörten zur Tagesordnung, da einige „Wegli-Geile“ die Logik zwischendurch ausschalteten und nur noch den Trail sahen . . . was vor allem Tamara auf die Palme brachte, weil klar war, dass auf der andern Schluchtenseite das Bike wieder hochgetragen oder geschoben werden musste . . . aber das „Gemötzle“ hatte wenig erfolg. . . der Trail war stärker !
Anzumerken ist aber, dass bei Rich und Röbi meist so gegen sechzehn Uhr Anflüge von enormer Vernunft zu beobachten waren . . . dann hiess es plötzlich . . . „nein, dieser Trail ist wohl nicht ideal“ ! Hmm . . . Rich, hat das etwas mit der 30 am Rücken zu tun ???
Am Abend verschlug es uns ins Restaurant les Chevennes . Die Patrone, eine resolute Nonna, führte uns in einen schönen Gewölbekeller der mit allen möglichen und unmöglichen Gegenständen vollgestopft war. Zu essen gab’s was heute gerade aktuell war, dafür aber in rauen Mengen. Als Vorspeise wurde ein riesiger Suppentopf gereicht und die Menus (Rindvoressen, Coque au vin und Fisch) wurden in grossen Töpfen serviert. Es war schon ziemlich speziell, aber das Essen war sehr gut und ich glaub, Röbi hat es in diesem Lokal am Besten gefallen.
Am Mittwoch stieg Urs aus. Er hatte schlecht geschlafen, etwas Fieber und fühlte sich nicht besonders gut, daher wollte er lieber im Hotel bleiben. Wir andern traten wieder in die Pedalen und fuhren durch den Bois de Paolives nach Banne, wo wir die Ruine besichtigten. Durch das schöne Dorf ging’s weiter bis nach les Avelas wo wir einen bestimmten Wanderweg suchten. Diesen fanden wir zwar nicht, dafür stellte sich heraus, dass die Bahnlinie die auf Rich’s Wanderkarte eingezeichnet ist, seit Jahren nicht mehr existiert. Das Bahntrasse ist zwar noch vorhanden, aber die Geleise sind entfernt worden. Etwas später fanden wir dann doch noch einen coolen Trail, der uns viel Spass bescherte, jedoch nicht wesentlich weiter brachte, da der Weg ein sogenannter „Radonée pédestre“ (ein Rundwanderweg) war ! Nach einer kurzen Mittagspause, mit Showeinlagen der französischen Luftwaffe, fuhren wir weiter auf die Hügelkette zu, welche eigentlich schon am Morgen unser Ziel war.
Nach einem harten und ruppigen Aufstieg auf einer 4x4-Piste begann der wohl schönste Trail der ganzen Woche ! Ein steiniger, grober und anspruchsvoller Gratweg führte uns in einem steten Auf und Ab kilometerlang über die Hügelzüge . . . phantastisch . . . und erst die Aussicht von hier oben ! Die Spitzen Steine und Felsen strapazierten unsere Bikes und Pneus enorm und auf der letzten Abfahrt fing Röbi auch gleich zwei Platten nacheinander ein. Aber es hatte sich gelohnt, der Trail war wirklich toll ! Dafür war die Rückfahrt nach Les Vans alles andere als erholsam. Mit hohem Tempo bolzten wir einer hinter dem andern über eine Stunde im Gegenwind zurück.
Abends dann die grosse Überraschung : alle Restaurant hatten geschlossen (mit Ausnahme des Chevennes und eines sauteuren 17-Punkte Gault Millau -Lokals) . . . hmm . . . damit hatten wir nicht gerechnet ! Mit den Autos fuhren wir nach la Joyeuse und das lohnte sich. Wir fanden einen ein hübsches Lokal wo man super gut essen konnte . . . mal abgesehen davon, dass wir das Filet „bien cuit“ bestellten und uns daher ein ziemlich trockenes Stück Fleisch aufgetischt wurde !
Urs war noch nicht besser „zwäg“ als am Vortag. So beschloss er bereits heute Abend abzureisen, zusammen mit Peter und Röbi die sowieso heute zurückreisen wollten. Aber zuvor ging’s nochmals auf die Piste. Der heutige Tag war geprägt von einer tollen Landschaft, Felsen und Steinen die auf natürliche Weise zu Skulpturen aufeinander getürmt waren und Höhlen bildeten, einer wunderbaren Schlucht in der sich der Chazzac hindurch schlängelte, einem riesigen Wildschweingehege und einigen tollen Trails. Wäre ich Asterix und Obelix in dieser Landschaft begegnet, hätte es mich nicht gewundert ! Was aber weniger cool war, war die Tatsache, dass wir zwischen den bizarren Steinformationen mehr laufen und unser Bike schieben mussten als fahren konnten und dass wir an diesem Tag fünf Plattfüsse (vier alleine von Röbi !!!!) und ein Sturzopfer (Andi) hatten. Andreas zog sich kurz vor dem Mittag einige hässliche Schrammen zu und musste kurz verarztet werden. Aber am besten war Robert als er einen Dornen in seinem Pneu sah und in mit den Worten „ Wau, das isch ja en riiiiesige Dorne“ herauszog . . . pffffff . . . der erste Platten des Tages !
Am Nachmittag fanden wir einen offiziellen VTT-Trail (velo tout terrain = Mountainbike) ! Der war wirklich toll . . . nur leider fanden wir die Fortsetzung nicht . . . sagen wir es so, einige glaubten zu wissen wo die Fortsetzung ist. Die erste halbe Stunde war der Weg noch fahrbar, danach wurde der Pfad zu einem Miniweglein und wir kämpften uns mit den Bikes über Steinabsätze und durch Felsspalten hindurch . . . ich kam mir vor wie im Jungel . . . nur dass Tarzan fehlte. Zu guter Letzt standen wir dort, wo wir drei Stunden vorher begonnen hatten (ich kenne jemanden, der fand das nicht so toll ) . . . aber so im nachhinein, da hat man doch immerhin etwas zu erzählen !
Zurück in Les Vans gingen wir zum letzten Mal alle zusammen ins Café auf einen Capuccino . . . und ein Tiramisu „extra Gross“ für Rich und Roger !
Gegen halb acht reisten Peter, Urs und Röbi ab und wir andern gingen nochmals nach la Joyeuse ins gleiche Lokal wie am Abend zuvor.
Am nächsten Morgen genossen wir nochmals ein ausgiebigen Frühstück und packten anschliessend unsere Sachen zusammen. Als auch das letzte Bike auf dem Dachträger verstaut war, schlenderten wir nochmals ins Dorf, um uns in einem Strassencafé einen Abschiedsdrink zu genehmigen. Tamara nutzte die Gelegenheit und streifte noch kurz durch die kleinen Läden des Ortes . . . während der Woche waren wir ja stets mit unseren Bikes auf Achse, da blieb keine Zeit für Shopping ! Beim zurücklaufen holten Roger und Tamara die vorbestellten Brötchen (jeder eine Tüte mit 20 Brötchen) in der Bäckerei ab. In den letzten Tagen kauften wir hier immer diese feinen Brötchen für unser Mittagessen. Zu Hause können wir dann diese Brötchen zum Frühstück aufbacken . . . mmh . . . . . und in den Ferienerinnerungen schwelgen !
Die Rückreise via Valence, Grenoble und Genf verlief Problemlos und bei schönstem Wetter.
Cool war’s . . .
Pannenbilanz:
Rolf : - (Pannenfrei)
Peter : - 1 x Schleicher
Roger : -1 x gebrochene Gewindeschraube / 2 x PF (Plattfuss)
Röbi :- ca. 6 x PF (4 an 1 Tag)
Andi : - 1x PF / 1x PF über Nacht / 1 x Schleicher
Tamara : - 2x PF über Nacht
Urs : mal dies, mal das ...
Rich : 1 x aufgeschl. Pneu / 2x PF
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