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2 Tagestour Rennrad (Gigathlon-Reko-Tour), 17. /18. Juni 2006

1.Tag : Genf  - Vallée de Joux  - Val de Travers  -  La Chaux-de-fonds  --- 170km / 2150Hm 

Am Samstagmorgen in der Früh, starteten sechs Fun-Racer (Rich, Rolf, Tamara, Peter, Marcello und Andreas) zur „Gigathlon-Rennrad-Reko-Tour“. Ich stand dem ganzen etwas skeptisch gegenüber, denn die Wetterprognosen versprachen Gewitter über dem Jura . . .  doch ich hatte keine Wahl, die Herren wollten diese Tour unbedingt an diesem Wochenende durchführen ! So trafen wir uns um 6.00 Uhr beim Bahnhof in Baden und fuhren mit dem Zug nach Genf. Um halb zehn Uhr starteten wir beim Seebecken von Genf, bei (zugegeben) schönem Wetter und bereits warmen Temperaturen, zur „Grand-Tour“ ! Uns standen heute satte 170km, 2150Hm und drei „Col“ bevor. Die ersten 25km von Genf bis Nyon führten dem Genfersee entlang und waren ein angenehmes „einrollen“. Ab Nyon ging’s dann so richtig  „i d’Höger“. Zwischen uns und dem Col de la Givrine lagen ganze 800Hm, doch der erste Aufstieg liess sich gut bewältigen, denn es war eine regelmässige, eher flache Steigung  und schliesslich hatten wir hier noch Power ! Oben angekommen überquerten wir bei La Cure die französische Grenze und bolzten auf der „Super-Holper-Strasse“ durch den Französischen Jura dem Vallée de Joux entgegen. Wieder auf Schweizer Boden, fuhren wir dem schönen Lac de Joux entlang bis nach Le Pont, wo wir uns in einem hübschen „Gartenbeizli“ eine Portion Kohlenhydrate genehmigten ! Die Pasta schmeckte wirklich gut und es war, glaube ich, niemand böse, einen Moment auszuruhen. Rolf und Marcello, die beiden Rennradfahrer am Gigathlon, zogen bereits erste Fazite und sinnierten darüber, wie es wohl sein wird, in der Dunkelheit zu fahren . . . jawohl, am Gigathlon starten die Rennradfahrer um 02.00 Uhr in der Nacht !
Nach der Mittagspause wartete ein kurzer Anstieg und eine lange Abfahrt nach Vallorbe auf uns. Von dort ging es mehrheitlich flach oder leicht abfallend bis nach Vuiteboeuf, wo der zweite, längere Aufstieg und viele Kehren nach Sainte-Croix auf uns warteten. Das Wetter hatte sich in der Zwischenzeit verschlechtert und auf den ersten Kehren begleitete uns leichter Nieselregen, der jedoch bald wieder aufhörte. Rund 500Hm weiter oben, in Sainte-Croix, schien dann wieder die Sonne ! Nach einer verdienten Pause nahmen wir die letzten 75Hm bis zum Col des Etroits unter die Räder. Von dort folgte eine lange Abfahrt hinunter ins Val de Travers. Die Strassen waren noch nass vom vorhergegangenen Gewitter, welches uns beim Aufstieg glücklicherweise verschont hatte. Nach der Ortschaft Travers folgte der letzte längere und vor allem auch steile Aufstieg auf den Cole de la Haute.
Müde oben angekommen, hiess es nochmals voll in die Pedalen treten, denn eine gewaltige Gewitterfront baute sich in der Zwischenzeit hinter uns auf ! Mit dem bedrohlichen Grollen und Donnern im Nacken bolzten wir auf den letzten 25km mit hohem Tempo La Chaux-de-fonds entgegen. Wir gaben alles, doch leider reichte es nicht ganz, denn auf den letzten zwei Kilometer bis zum Hotel „La Fleur de Lys“ wurden wir tatsächlich noch nass . . . was soll’s, die Gewitter hätten uns schon viel früher erwischen können und das wäre dann weniger toll gewesen ! Alles in allem verbrachten wir einen sehr erlebnisreichen, wunderbaren und anstrengenden Tag !
Im Hotel wurden wir sehr freundlich empfangen. Wir bekamen unsere Zimmer zugewiesen und die Rennräder wurden im Keller verstaut. Für das Nachtessen reservierten sie uns gleich einen Tisch in der Trattoria, was uns ganz recht war, den grosse Sprünge wollten wir an diesem Abend sowieso nicht mehr unternehmen. Nach dem Nachtessen zogen Marcello, Peter und Rolf noch ins Pub gegenüber vom Hotel, um den WM-Match Italien gegen USA zu schauen, während wir andern uns den verdienten „Schönheitsschlaf“ genehmigten J !

 

2.Tag : La Chaux-de-fonds  - Delémont  -  Scheltenpass  -  Lengnau --- 170km/ 1170Hm

Am nächsten Morgen dann die Überraschung : stahl blauer Himmel und Sonne pur ! Das weckte die Lebensgeister in uns ! Rich musste sich nach dem Frühstück leider von uns verabschieden. Mit dem Zug ging’s auf direktem Weg nach Hause, denn um fünf Uhr nachmittags sollte sein Flugzeug nach Norwegen starten, wo er die nächste Woche geschäftlich zu tun hat.
Wir andern starteten um halb zehn Uhr bei wirklich genial schönem Wetter und bereits sehr warmen Temperaturen zur zweiten Etappe. Die ersten knapp 60km von La Chaux-de-fonds via Saignelégier nach Delémont waren fantastisch schön. Wir fuhren zwar auf der Hauptstrasse, doch es kam einem eher vor, als würden wir auf einer Nebenstrasse durch die Hügel rollen. Die Wiesen und Felder leuchteten im Sonnenlicht sattgrün und der blaue Himmel tat das Seine noch dazu. Auf dieser Strecke kam ich mir vor wie in den Ferien J !
Nach einer kurzen Pause in Delémont begann der anstrengendeste Teil des Tages : der Scheltenpass stand uns bevor ! Das Thermometer zeigte mittlerweile Temperaturen über 30°C an  . . . echt, es war super heiss ! Bis zur Ortschaft Mervelier stieg die Strasse kaum merklich an, doch danach wurde es richtig steil ! Im unteren und oberen Teil galt’s steilste Rampen zu bewältigen, einzig in der Mitte gab’s mal ein flacheres Teilstück. Auf dem letzten Kilometer wendete ich die gleiche Taktik an wie Rich gestern Richtung Col de la Haute .... Zickzack fahren !!! (gerechterweise muss ich hier noch erwähnen, dass Rich nur mit einem 2-fach Kettenblatt fährt ) ! Oben angekommen, war ich ziemlich froh, den Scheltenpass geschafft zu haben . . . und nicht nur ich J . . . auch die Jungs waren nicht traurig, oben angekommen zu sein ! Auf der Abfahrt Richtung Mümliswil kamen wir bei der Sagi (einem gemütlichen „Landbeizli“) vorbei, wo wir einkehrten. Nach der Mittagspause ging’s flott weiter . . . bis nach Balsthal liess es sich noch angenehm bergab rollen, doch ab Oensingen hiess es kräftig in die Pedalen treten ! In der Zwischenzeit war es extrem warm geworden und der Asphalt strahlten noch zusätzliche Wärme ab ! Das lies sich ja aushalten, wäre da blos nicht das stets lauwarme „Gesöff“ im Bidon gewesen . . . igitt, nach einer gewissen Zeit kann man das lauwarme Wasser nicht mehr ausstehen und ist froh um jeden Brunnen, wo man kühles Nass nachtanken kann ! Mit einem 35 km/h-Schnitt bolzten wir von Oensingen nach Olten. Von dort ging’s via Aarau weiter nach Brugg, von wo aus jeder die letzten Kilometer bis nach Hause unter die Räder nahm. Um 18.00 Uhr kamen wir müde aber glücklich zu Hause an ! Gerade rechtzeitig, denn ein Wärmegewitter baute ich um uns herum auf und eine Stunde später öffneten sich dann auch die Himmelsschleusen . . . ein richtiges Sommergewitter halt !

Die beiden Tage waren zwar sehr anstrengend, doch wir verbrachten eine tolle Zeit, durchlebten viele Emotionen und sahen neue Orte und Dinge, die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Danke an alle die dabei waren und „bon chance“ den beiden Gigathlon-Radlern am 08. Juli 2006

 

 
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