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Bikeweekend Lenzerheide - Arosa
30. Juni / 1. Juli  2007

Das Timing war perfekt ! Perfekt für ein tolles Bikeweekend in der Lenzerheide ... mit perfekt meine ich das Wetter, denn in den Tagen vor dem Wochenende war’s stets gewitterhaft und regnerisch und auch in der kommende Woche sollte es so weitergehen. Und genau dazwischen gab’s zwei  wunderbare Sommertage ! Tja ... wenn Engel reisen ... J !

Am Samstagmorgen trafen wir uns um 06.00 Uhr in der Früh beim Parkplatz Tägerhard in Wettingen.
Mit dabei waren diesmal: Andreas, Ruedi, Armin, Rahel, Fabi, Röbi, Rolf und ich. Peter und Rich waren an diesem Samstag ebenfalls mit von Partie ... sie fuhren jedoch mit der Bahn in die Lenzerheide, da sie nur den ersten Tag mitkamen und abends von Arosa aus wieder nach Hause fahren wollten oder mussten, da schon anderweitige Pläne für den Sonntag bestanden.
Nach der Frühstückspause im Heidliland fuhren wir in die Lenzerheide, wo wir gegen halb zehn Uhr alle zusammen die Tour starteten. Zwar war der Himmel noch reichlich wolkenverhangen, doch für den bevorstehenden, langen Aufstieg auf die Furcletta, war das nicht mal so schlecht. Doch bevor’s so richtig „i d’Höger“ ging, hiess es noch einige hübsche Trails abzurotzen ... zum „Warmwerden“ fuhren wir über unzählige Single-Trails in einem steten Rauf und Runter bis nach Alvaneu, einem kleine, ruhigen Dörfchen an der Albula Passstrasse. Ab Alvaneu war’s vorerst mal fertig mit schnellen Single-Trails, nun hiess es kräftig in die Pedalen treten ... satte 1500Hm am Stück standen uns bevor ! Der Aufstieg war ordentlich steil und liess uns unsere Beine spüren ! Bei Aclas Davains, einer schönen Hochebene über Alvaneu auf ca. 1650 m.ü.M. mit einigen kleinen Holzhäuschen, machten wir eine kurze Pause. Danach zog sich der Weg in unzähligen Kurven weiter hinauf bis zur Alp de la Creusch (2270m.ü.M) wo wir vor dem Angriff auf die Furcletta unsere Mittagspause machten. Mira, die scheue, herzige Hündin vom jungen Paar, welches diesen Sommer auf der Alp verbringen wird, bekam natürlich viele kleine Leckereien von unser Mittagsverpflegung zugesteckt J .
Die letzten 300Hm bis zur Furcletta (2573 m.ü.M) mussten wir uns hart verdienen, denn der Aufstieg auf dem schmalen Bergwanderweg (oder einfach quer durch die Hänge) war steil und das Bike musste einige Male geschoben und geschultert werden ! Oben waren die Mühen aber schnell vergessen ... die Aussicht ins Welschentobel und auf einen nicht endend wollenden Downhill liess unsere Bikerherzen höher schlagen ! Die Abfahrt durch das Welschentobel ist sehr anspruchsvoll, genial und lang, verlangte aber einiges an fahrtechnischem Können ... und manchmal auch ein bisschen Glück : nach einem gröberen Sturz hatte Ruedi nur einige kleine Schrammen, dafür war sein Wechsel arg ramponiert (besser als umgekehrt ) ... und dieser liess sich (zum Glück) in einer behelfsmässigen Reparatur soweit instand stellen, dass er wieder weiterfahren konnte ! Der Trail war stellenweise schon sehr heftig und ein erstaunter Wanderer meinte zu unseren Fahrkünsten: „ Tja, man kann ja diese Fahrräder auch mit Gewalt kaputt machen“ ... zu sagen ist, dass Röbi und Rich voraus fuhren ;-).
Weiter unten im Tal verabschiedeten sich Peter und Rich von uns, da sie sich etwas beeilen mussten und zufahren wollten. Rolf meinte noch :„euch sehen wir bestimmt nochmals“! ... und tatsächlich ... ausgangs des Tales trafen wir kurze Zeit später wieder auf die beiden ... Rich hatte einen Platten !

Unterhalb Arosa, genauer gesagt beim Stausee, kamen wir schliesslich aus dem Tal heraus und fuhren ins Dorf hinauf. Die Zeit drängte, denn es war bereits 16.15 Uhr, und ausser Rolf und Andreas hatten wir andern uns alle dafür entschieden, auf die letzten, harten 700Hm zu verzichten und mit dem „Hörnli-Express“ zur Hütte hoch zu fahren J ... und dieser stellte um 16.30Uhr seinen Betrieb ein !!! Wir gaben nochmals alles und fuhren durchs Dorf zur Talstation hinauf ... um 16.32Uhr standen wir am Schalter und durften, netter Typ sei dank, trotz Verspätung noch die Gondelbahn benutzen ...uff ! Ansonsten hätten auch wir Hochtrampen müssen !
Oben bei der Hörnlihütte (2513m.ü.M) erwartete uns eine phänomenale Aussicht und endlich, endlich strahlte auch die Sonne in ihrer vollen Pracht vom blauen Himmel, welche wir nach einer warmen! Dusche auf der schönen Terrasse genossen ! Eine Stunde später trafen dann auch Rolf und Andreas in der Hütte ein ... und wie immer, sah man ihnen kaum an, dass sie noch schnell 700 zusätzliche Höhenmeter zurückgelegt hatten .... die brauchen das halt  ;-) ! Die Hörnlihütte ist sehr komfortabel und eigentlich eher ein einfaches Hotel als eine „Hütte“. Da wir die einzigen Gäste in dieser Nacht waren, durften wir für einen kleinen Mehrpreis (gegenüber dem Massenlager) in den schönen zweier- und dreier Zimmer mit richtig bequemen Betten schlafen !
Die Hüttenwirtin war sehr nett und bewirtete uns an diesem Abend vorzüglich. Nach Suppe, Salat, „Ghackets mit Hörnli“ und „Caramel-Chöpfli „ war ein jeder von uns mehr als satt, und nach einigen Runden „Meiere“ waren wir dann auch alle so müde, dass wir in dieser Nacht prächtig schliefen !
à Tourdaten 1.Tag :  43km (48km) / 1950Hm (2650Hm) und ca. 5h Fahrzeit (inkl. Laufpassagen)

Am nächsten Morgen wurden wir von strahlendem Sonnenschein und einem kräftigen Wind begrüsst ! Es war ziemlich frisch in den frühen Morgenstunden, doch die Aussicht die man von hier oben aus geniessen konnte, war einfach absolut genial !
Um 08.00Uhr gab’s Frühstück mit Bergpanorama und kurz nach neun Uhr waren wir alle Startbereit. Die heutige Tour begann mit einem richtig heftigen Downhill hinunter zum Urdenseeli ... genau das Richtige um so einen herrlichen Tag zu starten ... nun ja, mal vom einen oder andern Absteiger abgesehen ;-) ! Unten angekommen, mussten wir uns erst mal von den warmen Kleidern entledigen, denn in der Zwischenzeit begann die Sonne richtig schön einzuheizen. Nach der Alp Inner Urden (1940m.ü.M) begann ein breiter Kiesweg, auf dem wir in zügigem Tempo nach Tschiertschen (1516m.ü.M) hinunter bretterten, um anschliessend gleich wieder die kleinen Gänge in Betrieb zu nehmen und auf einer Teerstrasse Richtung Churer Joch hoch zu fahren. Ein Wanderer gab uns unterwegs den guten Tipp, bis zum Bergrestaurant Hüehnerchopf  (1990m.ü.M) auf der Teerstrasse zu bleiben und erst dort auf den Wanderweg einzubiegen, so könnten wir auf einem schönen Wanderweg mehr oder weniger auf der Höhe Richtung Churer Joch fahren ... „mehr oder weniger auf der Höhe“ bedeutete zwar gut 150Hm wieder runter und hoch zu fahren, doch  es lohnte sich, denn der Trail war wirklich sehr schön und fast durchgehend fahrbar ! Auf dem Churer Joch (2020m.ü.M) genossen wir die wunderbare Aussicht ins Churer Rheintal und eine kurze Pause. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, denn die Sonne lachte vom strahlend blauen Himmel und die Temperaturen waren für diese Höhe auch ganz angenehm. Vom Churer Joch fuhren wir auf einer breiten, kiesigen Bergstrasse und weiter unten auch auf Trails hinunter nach Churwalden (1230m.ü.M) ! Dort verabschiedeten sich Rahel und Ruedi von uns, welche den zweiten Teil der heutigen Tour nicht mehr unter die Räder nehmen mochten und auf direktem Weg  zurück in die Lenzerheide fuhren, da sie etwas früher zu Hause sein wollten.
Wir sechs verbliebenen Mohikaner machten uns an den Aufstieg nach Brambrüesch. Auf der ausgeschilderten Bikeroute Nr. 606 fuhren wir auf Waldwegen nach Malix und von dort ging’s auf einer asphaltierten Strasse hoch nach Brambrüesch ... heiss war’s, und anstrengend ... und von einem gewissen Moment an konnte ich nur noch an ein kühles Cola denken ... aber wie so oft, wurden wir oben belohnt : mit einem feinen Mittagessen (um halb drei Uhr!) und einer nicht ganz so kühlen Cola wie ich’s mir beim Aufstieg ausgemalt hatte J ... aber die Bündner Bedienung war sehr nett ;-)  !
Nach einer Stunde Mittagspause ging’s weiter den Berg hoch. Ab der Malixer Alp fuhren wir auf einem schönen Single-Trail, in einem steten Auf und Ab einen Hang traversierend, bis zur Galtialp (1837m.ü.M). Zwischendrin wurden wir jedoch von einer „Chueli-Herde“ arg ausgebremst ... die grossen Tierchen kamen friedlich dahergestampft und liessen dabei keine Zweifel offen, wer auf diesem Weg Vortrittsrecht geniesst J ! Nach einer coolen Trailabfahrt, wo wir innert Kürze 600Hm vernichteten, erreichten wir erneut Churwalden, von wo aus wir zur Brambrüesch-Schlaufe gestartet waren. Nun hiess es nochmals einen kurzen, aber sehr taffen Anstieg (rund 250Hm) auf einem Wanderweg hinauf nach Valbella hinter uns zu bringen ... und der hatte es voll in sich !
Doch dann war’s geschafft und wir überglücklich, nach 5h Fahrzeit, 53km und 1750Hm das Ziel erreicht zu haben. Wie schon bei den Daten vom Vortag denkt man bei den reinen Fakten an ein lockeres „Türli „ ... doch das Gelände war sehr anspruchsvoll und verlangte einiges von uns Bikern ab ... also nix da mit locker, dafür war’s super schön !

 

 
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