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Rennradwoche Toskana / Umbrien
28. April - 5. Mai 2007

Auch dieses Jahr sind die Rennrad-Trainingsferien wieder viel zu schnell vorbei gegangen !
Am Samstagmorgen in der Früh (03.30 Uhr) trafen wir uns bei der Shell-Tankstelle in Dättwil. Eine stattliche Anzahl von zwölf Nasen fand sich zur frühen Morgenstunde beim Treffpunkt ein, alle mit dem gleichen Ziel : Rennradfahren in Italien, gut trainieren, fein essen, Sonne geniessen und Spass haben ! Mit dabei waren dieses Jahr : Peter, Johnny, Fabi, Urs, Steph, Roger, Luke, Rahel, Andreas, Rich, Rolf und Tamara. In einer Karawane von sechs Autos fuhren wir ins Tessin, wo wir in der Autobahn-Raststätte Bellinzona-Nord frühstückten. Danach ging’ weiter via Milano, Parma, Modena, Bologna und Firenze unserem Ziel Castiglione del Lago (bei Arezzo) entgegen ... doch soooo schnell ging das nicht ! Geduld war eine Gabe, die an diesem Tag mehr als gefragt war ... bei jeder grösseren Stadt stauten sich die Fahrzeuge auf der Autobahn und wir kamen nur noch im „stop and go“ -Verfahren vorwärts ... ermüdend und langweilig, besonders für die Fahrer ! Nach rund 12h Reisezeit, resp. 10h Fahrzeit, erreichten wir Castiglione del Lago rund drei Stunden später als geplant !

Das Hotel entpupte sich als eine Art Bungalow-Anlage, wunderschön gelegen zwischen dem hübschen  Städtchen mit einem Burghügel und dem See ! Jeweils vier grosszügige, schöne Zimmer bildeten ein Bungalow. Die ganze Anlage bestand  aus 5 solchen Häuschen, einem Hauptgebäude mit Restaurant und einem Swimmingpool ... voll gediegen !

Um unsere steifen Knochen von der langen Reise etwas aufzulockern, schwangen wir uns für eine kleine Ausfahrt auf unsere Rennräder und erkundeten damit die nähere Umgebung. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und endlich konnten unsere Ferien so richtig beginnen ...
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Der nächste Morgen begann, wie die folgenden Morgende weitergingen : währen die einen ausschliefen, starteten einige der Jungs mit einem „lockeren Footing“ in den Tag. Danach trafen wir uns alle zum Frühstück  ... und Frühstück in Italien ist ja bekanntlich nicht ganz dasselbe wie Frühstück bei uns zu Hause ! So richtig sportlergerecht war das Ganze ja nicht, denn anstelle von Müesli, Flocken, Joghurt und Vollkornbrot, gab’s eine grosse Auswahl an diversen Kuchen, Croissant, Säften und wenig, salzloses Weissbrot  ... nun ja, man gewöhnt sich ja an alles J ! 

Nach dem Frühstück machten wir uns auf zu unserer ersten, längeren Tour. Castiglione del Lago liegt umgeben von einer schönen Hügellandschaft inmitten der weltbekannten Weingebiete Chianti, Montepulciano und Orvieto. Dementsprechend fuhren wir durch schöne Rebberge, Olivenhaine und über unzählige, Zypressengeschmückte Hügel ! Die kleinen Dörfchen wurden immer auf den höchsten Punkt gebaut, so dass man nicht darum herum kommt, jeweils über jeden einzelnen dieser Hügel rauf und wieder runter zu fahren ! Um die Mittagszeit fanden wir in einem dieser kleinen Dörfchen, ein Ristorante, wo wir feinste Pasta serviert bekamen. Das ganze war so unkompliziert ... es kam mir schon beinahe vor, als würden wir bei guten Bekannten zu Mittag essen. Der Wirt stellte uns zwei grosse Platten mit Pasta „arabiata“ und „al ragu“ auf den Tisch und jeder konnte sich schöpfen so viel er mochte ! Es war so gemütlich, dass wir fast nicht mehr weiterfahren wollten ... aber ... alles hat eine Ende ! Und so schwangen wir uns halt wieder auf unsere Räder und strampelten über die Hügel und dem See entlang zurück nach Castiglione del Lago. An diesem Tag legten wir 120km und 1570Hm zurück. Nun wurde es aber erst richtig gemütlich : wer geduscht hatte, setzte sich vor dem Bungalow in eine Gartenstuhl und las etwas oder unterhielt sich mit denjenigen, die sich dazu gesellten. Am Abend dinierten wir in einer Pizzeria im Dörfchen und genossen das feine Essen.
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Am Montagmorgen war vom blauen Himmel und der Sonne nicht mehr viel zu sehen ! Trotz der grauen Wolken machten wir uns gegen zehn Uhr auf zu unserer zweiten Tour. Wir fuhren Richtung Cortona, an Cortona vorbei und hinauf in die Hügel. Am höchsten Punkt zeigte mein Höhnmesser etwas über 950m.ü.M. Dort gab’s in einer kleinen Bar Capuccino und Aranciata bevor wir die lange, kurvenreiche Abfahrt hinunter nach Lugnano in Angriff nahmen. Dabei überquerten wir die Provinzgrenze von der Toscana nach Umbrien ... und das merkte man frappant !

Die Strassen in Umbrien war sicht- und spürbar in einem schlechteren Zustand als in der Toscana ! Schon die Abfahrt kam mir persönlich wie eine Kamikaze-Aktion vor, aber auch auf der Geraden wurden wir nicht langsamer ... einer hinter dem andern bolzten wir mit gut 30h/km und mehr hintereinander her ... uff ! Da kam die Mittagspause in Morra gerade zur richtigen Zeit ! In einem „Supermercato“ (ähnlich einer Landi) kauften wir uns Panini mit Prosciutto und Peccorino und assen diese auf dem Parkplatz vor dem Laden ... zu einer längeren Mittagspause reichte es an diesem Tag nicht, denn einige hatten Bedenken, dass wir noch in ein Gewitter geraten könnten ... nun ja, soweit war’s zur Mittagszeit noch nicht, aber zwei Stunden später, irgendwo zwischen Castiglione Fiorentino und Cortona war’s dann soweit ... direkt vor uns ... dicke, schwarze Gewitterwolken ! Als uns der Wind immer heftiger um die Ohren blies wussten wir, dass es nun an der Zeit war, einen Unterstand zu suchen ! Und wir hatten Glück ! Gerade als das Gewitter heftig und gewaltig über uns hereinbrach, konnten wir bei einer Fabrik „in Deckung“ gehen. Als der Regen etwas nachliess, fuhren wir weiter ... nach ¾h Wasserverdrängen erreichten wir unser Hotel ... nass und vor allem ziemlich schmutzig !
Diesmal legten wir 130km und knapp 1200Hm zurück.
Am Abend hatten sich alle wieder bestens erholt und waren bereit, das Dörfchen unsicher zu machen. Der Regen war vorbei und wir kamen alle trockenen Fusses hinauf in die Altstadt. Dort kauften wir Olivenöl in den kleinen Läden und assen in einem hübschen Lokal feine, toscanische Spezialitäten.
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Am Dienstagmorgen war’s dann wieder sonnig und schön. So schön, dass Andreas und Tamara noch vor dem Frühstück im Pool baden gingen ! Danach hiess es packen, denn am heutigen Tag verschoben wir vom Landesinnern an die Küste ! Eigentlich schade, denn Castiglione del Lago ist sehr schön gelegen und die Hotelanlage war wie geschaffen für uns ! Trotzdem setzten wir uns in die Autos und fuhren via Siena und Volterra nach Cecina. Beim Hotel in Cecina angekommen, schnallten die meisten von uns die Laufschuhe an und gingen in die Pinienwälder eine Runde drehen ... schliesslich hatten wir heute ja „Ruhetag“ J ! Abends gab’s dann Seafood satt und einen unheimlich romantischen, nein, besser gesagt einen unheimlich kitschigen Sonnenuntergang gratis dazu ! Ein italienisches Sprichwort lautet : „rosso di sera, bon tempo si spera“, was so viel heisst wie : wenn am Abend der Himmel rot leuchtet, dann wird das Wetter gut ... es gibt aber auch ein Walliser Sprichwort, und das geht folgendermassen : „ Abendrot, gleich Morgen tot“ ... hmm ...
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Am nächsten Morgen traf das Walliser Sprichwort eindeutig besser zu ! Nach dem Frühstück versammelten wir uns auf der Dachterrasse und schauten dem Spektakel zu, welches sich vor uns abzeichnete : vom Meer her kam ein gewaltiges Gewitter auf die Küste zu ... schwarze, graue und nachtblaue Wolken türmten sich auf und es war nur eine Frage von Minuten, bis der Regen das Land erreichen würde ! Als das Gewitter sintflutartig über uns hereinbrach, standen wir natürlich bereits hinter der schützenden Fensterfront ! Danach wurde es zwar etwas schöner, doch auf eine richtig lange Radtour hatten nicht alle Lust ... zu unsicher war das Wetter ! So ging die eine Hälfte bereits am Morgen auf Radtour, während die andern zuerst Joggen gingen ... zwei Stunden oder so ... hiess es ! Während die Mädels sich an die zwei Stunden hielten, waren die verbliebenen Herren bereits nach 1¼ Stunden zurück ... es sei schliesslich plötzlich schön geworden, und sie hätten gedacht, sie gehen jetzt doch lieber noch aufs Rad ! Super ! Wären wir  Mädels nicht gerade zu dem Zeitpunkt zurück-gekommen, als die Männer abfahrbereit vor dem Hotel standen, wären die doch voll ohne uns los !!! Die hätten nicht auf uns gewartet !!! So frech ;-) ! Eine viertel Stunde später sassen auch wir zwei Frauen auf dem Rennrad und es konnte los gehen. Johnny war an diesem Nachmittag der „Capo del Gruppetto“ und führte uns anhand einer eigenhändig aufskizzierten „Landkarte“ hinauf in die Hügel. Oben fanden wir einen wunderbaren „Panoramaweg“ der uns wieder in Richtung Cecina zurück führte. Nach zwei Stunden und etwas mehr als 50km/500Hm teilte sich unser „Gruppetto „ nochmals : Roger, Luke, Rahel und Tamara fuhren zurück an den Strand, während Johnny unbedingt noch einen 100ter auf seinem Tacho verbuchen wollte ... Rolf und Andreas liessen sich natürlich nicht zweimal bitten J ! Am Abend sassen wir dann wieder alle beim Italiener zusammen und konnten uns gegenseitig erzählen, was wir an diesem Tag alles so erlebt hatten !
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Steph war an diesem Donnerstagmorgen der erste, der uns in der Früh verliess ... am Nachmittag musste er in der Schweiz an einer Hochzeit sein ! Wir andern schwangen uns trotz schlechten Wetteraussichten auf den Fahrradsattel.
Die ersten 1½ Stunden blieb’ s trocken und das war auch genau der Zeitpunkt, als sich unsere Gruppe aufteilte in : a) Gruppe „wetterfest und weiterfahren“ und b) Gruppe „möchte im trockenen zurück kommen“. Erwischt hat’s nach etwa zwei Stunden alle beide ! Gruppe b erreichte nach rund 3¼h, 80km und 650Hm wiedermal völlig durchnässt das Hotel, Gruppe a folgte knapp ¾h später mit 100km und 1000Hm in den Beinen, ebenfalls „pflotschnass“ J ! Urs sagte mal anfangs Woche, die Mindestanforderungen an eine Rennradwoche in Italien seien : blauer Himmel, viel Sonne und mind. 25°C ... von Regen hat er, so viel ich mich erinnern mag, nichts gesagt ...

Rich reiste noch vor dem Abendessen ab ... Richtung Gardasee zu Mama ... die Lasagne wartete J !
Wir andern sassen an diesem Abend zum letzten Mal alle zusammen und genossen nochmals die feine, italienische Küche. Einen Tag früher als geplant reisten Peter, Urs, Rahel, Roger, Luke und Andreas bereits in den frühen Freitag-Morgenstunden zurück. Johnny und Fabi frühstückten noch mit Rolf und Tamara, bevor auch sie sich auf den Rückweg machten ...während Johnny und Fabi nach Hause reisten, machten Rolf und Tamara noch einen Abstecher zu Tamaras Verwandten und reisten erst eine Tag später zurück.

Nun ja, die Wetterbilanz zeigte sich nach dieser Woche etwas durchzogen, Urs Mindestanforderungen wurden nicht ganz erfüllt ;-), aber wir hatten trotzdem eine tolle Woche zusammen und es hat Spass gemacht (mal vom Regen abgesehen ;-) ! Danke Peter für’ s organisieren !

 
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